Nachhaltige zirkuläre Textilwirtschaft durch modulare Bekleidungskonzepte, Digitalisierung und effiziente zirkuläre Prozesse in der Schutzkleidungsindustrie (ZirTex)
Die ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft in der Textilbranche hat das Ziel, die Lebensdauer von Textilien zu verlängern und Abfall zu reduzieren. Zirkuläre Textilien spielen hierbei eine zentrale Rolle. Im Rahmen des Projekts werden praxisnahe Lösungen entwickelt, um die Kreislaufschließung zu realisieren.
Projektlaufzeit
1.10.2024 – 30.09.2027
Inhalte
- Entwicklung einer Design Plattform (ZirTexPF) für modulare Schutzkleidung mit LCA-Anbindung
- Erarbeitung von Stoffströmen und automatisierten Prozessen für Arbeitskleidung zum Reuse, Repair, Repurpose und Recycling
- Aufbau eines Textilen Management Systems (ZirTexCRM) zur Weitergabe von Daten an digitale Produktpässe
- Fertigung von Demonstratoren als Veranschaulichung für effiziente Reparatur, Repurpose und Recycling von Arbeitskleidung
- Entwicklung von Sekundärrohstoff für Textilindustrie (Textile to Textile)
Lösungsansätze
- Reduce: Entwicklung der Vermessung von Personen (Body-Scans), um deren Körpermaße bei der Herstellung und dem Design der modularen Schutzkleidung zu berücksichtigen. Dadurch wird bedarfsgerecht gefertigt und nicht gemäß Annahmen zum potenziellen Bedarf an den Größen S, M, L, XL. Somit entfällt Material für unnütze Herstellung, unnötiger Transport und Lagerung. Ferner ermöglicht die Digitalisierung die bedarfsgerechte Zusammenstellung der modularen Kleidung, die Nachverfolgung der Module und auch die Steuerung der Kreislaufprozesse.
- Redesign: Entwicklung eines innovativen Schutzkleidungsbaukasten (Plattform: ZirTexPF) mit LCA, bei dem etwa Hosen und Jacken aus mehreren Segmenten aufgebaut sind, so dass sich einzelne verschlissene Segmente einfach austauschen lassen. Infolgedessen werden nicht ganze Jacken oder Hosen entsorgt, sondern nur einzelne Segmente etwa der Ärmel einer Jacke, während der Rest Wiederverwendung findet. Ferner werden Materialverbunde vermieden, leicht lösbare Nähte, Logos, Reflektoren und Beschriftungen (Design vor Recycling) entwickelt. Durch diese innovative Plattform, in der Schutzkleidung modular zusammengestellt werden kann und ein LCA integriert ist, lässt sich dann der Umwelteinfluss und Ressourcenbedarf minimieren.
- Reuse, Repair, Repurpose: Analyse des Verschleißes der Schutzkleidung, um diesen im neuen Design zu vermeiden und somit die Lebensdauer zu verlängern, eine Wiederverwendung, effiziente Reparatur oder Verwendung für eine anderen Zweck (Repurpose) zu ermöglichen. Dafür werden auch automatisches Trennen und effiziente Reparatur-Verfahren entwickelt.
- Recycling: Da unbrauchbare Schutzkleidung recycelt werden soll, erfolgt die Entwicklung effizienter Recycling-Prozesse, bei dem Komponenten wie Reißverschlüsse, Knöpfe, Verstärkungen oder Lagen automatisch von der Schutzkleidung zu trennen sind. Ebenso werden die effiziente Sortierung und Zerkleinerung, die batchflexible Compoundierung und effiziente Verarbeitung etwa mittels Spritzguss-, Press- oder 3D-Druck-Verfahren zu qualitativ anspruchsvollen Sekundärmaterialien und Schutzkleidungs-Modulen untersucht.
Projektförderung
Das Projekt ZirTex wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Fördermaßnahme „Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Zirkuläre nachhaltige Textilien: Entwicklung ganzheitlicher, praxisreifer Lösungen zur Kreislauferschließung in der Textilbranche“ unter dem Förderkennzeichen 033R405A gefördert.